Bei Bockwürsten, Knackern und Kaltgetränken auf der Terrasse des benachbarten Hotels Stadt Wittstock beratschlagten die Kollegen am 1. Juli über ihr weiteres Vorgehen in der aktuellen Tarifrunde. Denn das Angebot der Arbeitgeberseite ist mehr als dürftig und absolut inakzeptabel.
Bei der Verhandlung zwischen der IG Metall und dem Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg am Vortag (30. Juni) hatte die Arbeitgeberseite ein Angebot vorgelegt, dem keiner der Kollegen zustimmen kann. Der erste Arbeitgebervorschlag sieht wie folgt aus:
450 Euro Einmalzahlung für die Monate Januar bis August 2026, Erhöhung der Entgelte um 2,5 Prozent ab dem 1. September 2026, Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 3,0 Prozent ab dem 1. September 2026, Laufzeit des Tarifvertrags: 12 Monate bis Ende 2026.
Die IG Metall fordert hingegen sechs Prozent mehr Entgelt, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und eine Entlastung der Beschäftigten mit einer finanziellen und zeitlichen Komponente.
Metaller Michael Ehlert, Mitglied der Verhandlungskommission, berichtete seinen Kollegen vom Verlauf der Verhandlung am Vortag. „Die Arbeitgeber gestalteten das Treffen sehr schwierig“, sagte Ehlert. Das von ihnen vorgelegte Angebot bezeichnete er „als viel zu niedrig“. „Das reicht hinten und vorne nicht“, betonte Ehlert. „Für unsere gute Arbeit erwarten wir eine faire Bezahlung.“ Dass die Arbeitgeber die Azubi-Vergütung weiterhin auf einem erschreckend niedrigen Niveau halten wollten, sei nicht hinnehmbar, so Ehlert. Die Ausbildungsvergütungen müssten weit überproportional angehoben werden. „Bei uns im Metallhandwerk bekommt ein Auszubildender derzeit 780 Euro im Monat, ein Auszubildender im Elektrohandwerk mehr als 1000 Euro“, erläuterte Ehlert. „So kann man keine Fachkräfte finden und binden.“
„Die Kollegen sind ungeduldig“, unterstrich Metaller Stefan Blume, Betriebsratsvorsitzender und ebenfalls Mitglied der Tarifkommission. Die letzte Lohnerhöhung habe es vor mehr als zwei Jahren gegeben, so Blum. „Alles wird teurer und der Lohn steigt nicht angemessen. Das kann und darf nicht sein.“
Bei der anschließenden Diskussion über die Vorschläge der Arbeitgeberseite waren sich alle Kollegen einig, dass der Vorschlag der Arbeitgeberseite in keiner Weise für sie akzeptabel sei. „Unsere Forderungen für die aktuelle Tarifrunde sind realistisch und notwendig“, unterstrich Nico Faupel, politischer Sekretär der IG Metall Oranienburg-Potsdam. „Die Arbeitgeber sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Kollegen bereit sind, den Druck zu erhöhen, wenn sie sich nicht schnell auf die Forderungen der Beschäftigten zubewegen.“
Den zweiten Verhandlungstermin haben die IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg für Donnerstag, den 9. Juli, verabredet.
In den vergangenen Monaten gab es bereits einige Tarifabschlüsse im Metallhandwerk, beispielsweise für Niedersachsen/Bremen, Rheinland/Rheinhessen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und Hamburg. „Es wird Zeit, dass wir in Berlin-Brandenburg endlich nachziehen“, betonte Gewerkschaftssekretär Nico Faupel.
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