Pressemitteilung Planloser Personalabbau: Cariad-Vorstand riskiert Zukunft des Unternehmens

Die IG Metall stellt sich gegen die Pläne des Cariad-Vorstands für einen massiven Personalabbau bei der VW-Softwaretochter.


„Mit einem solchen Kahlschlag führt das Management Cariad nicht in eine bessere Zukunft, sondern direkt ins Aus“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto. „Dagegen werden sich die Beschäftigten gemeinsam mit der IG Metall wehren – wenn nötig auch mit Arbeitskampfmaßnahmen.“

 Die Cariad-Führung hatte am Mittwoch auf Betriebsversammlungen in Berlin, Ingolstadt, Stuttgart und Wolfsburg erneut massive Einschnitte bei den Belegschaften angekündigt. Dazu gehört über den Stellenabbau hinaus ähnlich wie bei Volkswagen die Kündigung mehrerer Tarifverträge, die etwa die wöchentlichen Arbeitszeiten oder das Recht auf mobiles Arbeiten regeln.

Wichtig: Nicht gekündigt wurde der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung bis Ende 2029. Bis dahin sind betriebsbedingten Kündigungen ausgeschlossen. Derzeit sind bundesweit rund 4300 Kolleginnen und Kollegen für die Software-Tochter von VW tätig, 1600 davon in Berlin.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Cariad braucht eine technologische und organisatorische Zukunftsausrichtung und kein Sterben auf Raten. Wir fordern vom Vorstand ein Zukunftskonzept und die Sicherung aller Standorte. Und wir fordern das Unternehmen auf, umgehend mit uns Verhandlungen über die Standort- und Beschäftigungssicherung über 2029 hinaus zu beginnen. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten jetzt dringend eine Perspektive für das nächste Jahrzehnt.“

Juan Carlos Rio Antas, IG Metall-Verhandlungsführer für Cariad: „Das Entsetzen in der Belegschaft über die verantwortungslosen Ankündigungen des Managements ist groß. Diese Pläne treffen bei den Beschäftigten, ihren Betriebsräten und der IG Metall auf entschiedenen Widerstand. Wer Stellen ziellos abbaut und hart erkämpfte Leistungen streichen will, provoziert die Auseinandersetzungen mit den Beschäftigten. Wir werden alles dafür tun, um die Standorte und Arbeitsplätze zu sichern.“

Ines Beeck, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin: „Bei Cariad fehlt es nicht an Kompetenz, Innovation oder Einsatzbereitschaft der Beschäftigten. Es fehlt an einem Management, das diese Stärken in wirtschaftlichen Erfolg umsetzen kann. Wer nun Arbeitsplätze abbaut, statt die Ursachen der Probleme zu beheben, verlagert die Verantwortung für eigene Fehler auf die Belegschaft. Ausgerechnet in Berlin, einem der wichtigsten Digital- und Technologiestandorte Deutschlands, wertvolles Software-Know-how abzubauen, wäre industriepolitisch ein fatales Signal und strategisch kurzsichtig.“