Pressemitteilung vom 27. Mai 2026 Stahlland Sachsen: Industrie sichern und zukunftsfest machen

Auf einer zweitägigen Tagung im Mannesmannröhren-Werk Zeithain haben sich IG Metall, Betriebsräte und Landesregierung über Strategien zur Sicherung des Stahlstandortes Sachsen ausgetauscht. Klare Botschaft: Stahl hat Zukunft im Freistaat, doch dafür müssen Politik und Wirtschaft dringend handeln.

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René Thiele, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender im Mannesmannröhren-Werk Zeithain: „Wir als Betriebsräte spüren derzeit den Druck an allen Ecken und Enden. Hohe Energiekosten, die uns die Wettbewerbsfähigkeit kosten und eine mehr als durchwachsene wirtschaftliche Situation. Unsere Leute machen sich ernsthaft Sorgen. Hier in der Region Riesa waren einst zehntausende Leute in den Stahlwerken beschäftigt. Davon ist heute nur noch ein Bruchteil vorhanden. Viele industrielle Arbeitsplätze sind in der Vergangenheit verloren gegangen und die, die noch da sind, stehen jetzt erheblich im Feuer. Deshalb ist es so wichtig, dass es endlich langfristig planbare Rahmenbedingungen für die Betriebe gibt. Beim Handelsschutz sind wir seit ein paar Tagen ein erhebliches Stück weiter. Aber die Energie- und Stromkosten sind immer noch viel zu hoch und ohne klare local-content Vorgaben, insbesondere für die öffentlich Beschaffungen, riskieren wir, dass wir weiterhin massiv Wertschöpfung verlieren. Die Politik muss endlich wieder langfristiges Vertrauen schaffen.“

 Sebastian Scheel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: „Sachsen ist aktiver Teil der Stahlallianz. Stahlwerke, Schmieden und Gießereien prägen seit Generationen die wirtschaftliche Identität des Freistaates. Wir wollen, dass diese Wertschöpfung, Arbeitsplätze und dieses industrielle Know-how in Sachsen erhalten bleiben. Dafür braucht es verlässliche und international wettbewerbsfähige Energiepreise. Nur so kann die Stahlbranche auch künftig im globalen Wettbewerb bestehen und ihren Beitrag zur Resilienz Europas leisten.“

Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dresden und Riesa: „Die sächsische Stahlindustrie ist ein zentraler Pfeiler des Wirtschaftsstandortes. Gleichzeitig ist die Verunsicherung in den Belegschaften angesichts der tiefgreifenden Krise groß. Die Beschäftigten in den sächsischen Stahlunternehmen erwarten jetzt rasch Lösungen, die sie vorm Verlust ihrer Arbeitsplätze schützen. Die Einigung in der EU auf strikte Importquoten in Kombination mit wirksamen Zöllen ist ein wichtiger Schritt, reicht aber nicht. Wir brauchen für die deutschen Stahlwerke wettbewerbsfähige Energiekosten, klare local-content-Vorgaben und eine Stärkung der Nachfrage durch Wachstumsimpulse und Investitionsanreize.“

 Die sächsische Stahl- und Metallindustrie steht laut dem Wirtschaftsministerium in Dresden für etwa 45.900 Arbeitsplätze in 613 Unternehmen und erwirtschaftet einen Umsatz von über zehn Milliarden Euro (Stand 2024). 2019 trat Sachsen der Allianz der Stahlländer, einem Zusammenschluss von elf Bundesländern mit ausgeprägter Stahlindustrie, bei. Die zweitägige Stahlkonferenz der IG Metall in Zeithain geht an diesem Mittwoch zu Ende.

Stahlland Sachsen: Industrie sichern und zukunftsfest machen