Metall- und Elektroindustrie 2026 Tarifbewegung Berlin-Brandenburg: Beschäftigte starten stark, Arbeitgeber enttäuschen

Mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben in Berlin und Brandenburg haben den Auftakt der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie mit einer kraftvollen Aktion begleitet. Umso enttäuschender war der Auftakt der Arbeitgeber, die ein Angebot schuldig blieben.

Verhandlungsbegleitende Aktion Berlin-Brandenburg

12. Oktober 2026 12. Oktober 2026 MR


Mit einer kraftvollen Aktion vor dem Verhandlungslokal in Berlin sind heute die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg gestartet. Mehr als 100 Metallerinnen und Metaller aus den Betrieben der Region kamen zusammen, um den Forderungen der IG Metall Nachdruck zu verleihen und ihrer Verhandlungskommission den Rücken zu stärken.

Im Mittelpunkt der Aktion stand eine symbolische Mauer aus den Belastungen, die die Beschäftigten Tag für Tag spüren. In den vergangenen Wochen hatten Kolleginnen und Kollegen aus zahlreichen Betrieben der Region ihre Pakete für die Verhandlungen geschnürt. Darauf standen die Themen, die sie bewegen: Sparzwänge der Arbeitgeber, wachsender Druck im Arbeitsalltag und gestiegene Belastung durch die Teuerung bei Lebensmitteln, Miete und Mobilität. Diese Bausteine bilden eine Mauer der Belastungen. Doch wir haben deutlich gemacht, dass wir das nicht hinnehmen müssen!

Mit viel Energie und Entschlossenheit rissen die Kolleginnen und Kollegen die Belastungsmauer am Morgen gemeinsam ein. Ihre Botschaft war klar: Wir lassen uns weder mürbe machen noch entmutigen. Wir stehen zusammen und erwarten Respekt für unsere Leistung sowie eine spürbare Verbesserung unserer Einkommen.

Vor dem Verhandlungslokal waren die Forderungen und die Entschlossenheit der Beschäftigten deutlich zu sehen. Die erste Tarifverhandlung selbst blieb dagegen ohne Ergebnis: Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer für Berlin und Brandenburg, kritisierte diese Haltung: „Gerade in diesen Zeiten müssen die Arbeitgeber Verantwortung für ihre Belegschaften übernehmen. Es ist bedauerlich, dass sie dazu beim Auftakt nicht bereit waren.“

In dieser Tarifrunde geht es neben 5 Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Außerdem fordern wir eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende in wirtschaftlich besonders erfolgreichen Betrieben sowie eine soziale Komponente, die untere Entgeltgruppen stärkt.

„Die Beschäftigten erwarten und sie brauchen angesichts der massiven Preissteigerung eine deutliche Entgelterhöhung. Mit ihrer Leistung und ihrem Engagement haben sie dafür gesorgt, dass die Wirtschaft allmählich wieder Tritt fasst. Die Institute haben ihre Wachstumsprognosen überwiegend spürbar nach oben korrigiert. Trotz aller Herausforderungen verdichten sich die Anzeichen für eine Konjunkturerholung. Jetzt müssen sich die Arbeitgeber rasch und ohne weitere Verzögerungen bewegen“, sagte Jan Otto.

Für die zweite Verhandlungsrunde für Berlin und Brandenburg am 29. Oktober 2026 ist die Erwartung klar: Die Arbeitgeber müssen ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Die Beschäftigten haben heute gezeigt, dass sie bereit sind, gemeinsam für ihre Forderungen einzustehen.

Nach dem Verhandlungsauftakt in Berlin richtet sich der Blick nach Sachsen. Am Mittwoch ist in Chemnitz die erste Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Sachsen. Auch dort werden die Kolleginnen und Kollegen deutlich machen: Sie erwarten eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen, mehr Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und Respekt für ihre Leistung.



Pressemitteilung zur ersten Tarifverhandlung M+E für Berlin und Brandenburg