Tarifbewegung M+E 2026 Starker Warnstreik-Auftakt in Berlin, Brandenburg und Sachsen

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie von Berlin, Brandenburg und Sachsen haben in der Nacht von Sonntag auf Montag bei Siemens Energy Global in Berlin begonnen. Im Laufe des Tages legten die Beschäftigten in zahlreichen weiteren Betrieben der Region die Arbeit nieder.

IG Metall Warnstreikkundgebung der Betriebe  Mercedes Benz Werk Berlin, Gillette und GE in  der ME Tarifrunde 2026,<br/>Die Kundgebung fannd vor dem Mercedes-Benz-Werk Berlin statt

2. November 2026 2. November 2026


Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Das war ein starker Start in die Warnstreik-Phase. Die Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen machen Druck. Gemeinsam treten sie ein für ihre Forderung nach einer angemessenen Entgeltsteigerung, die ihnen die Arbeitgeber trotz der massiven Geldentwertung in den Verhandlungen verweigern. In den nächsten Tagen werden wir die Arbeitsniederlegungen mit voller Kraft fortsetzen, bis die Arbeitgeber zu einem verhandlungsfähigen Angebot bereit sind. Was sie bisher vorgelegt haben, läuft auf ein krasses Reallohn-Minus hinaus. Mit den Warnstreiks machen die Kolleginnen und Kollegen deutlich, dass sie so nicht mit sich umgehen lassen.“

Als erste traten im Bezirk heute um 0:30 Uhr die Beschäftigten von Siemens Energy Global in Berlin vor die Tore. Am Vormittag versammelten sich die Kolleginnen und Kollegen vom Mercedes-Benz-Werk, von Schindler, Tepper, TK Aufzüge, GE Energy Power Conversion und Procter & Gamble zu einer gemeinsamen Warnstreik-Kundgebung in Berlin-Marienfelde. Ebenfalls in den Ausstand traten bis zum frühen Nachmittag die Belegschaften von Rheinmetall, Pierburg, Bosch Sicherheitssysteme und Siemens Mobility in Berlin. In Brandenburg und Sachsen legten die Belegschaften von Mahle in Wustermark, von Bahntechnik Brand-Erbisdorf und von den Elbe Flugzeugwerken und von Siemens Energy in Dresden die Arbeit nieder. Zu weiteren Warnstreiks in der Region hat die IG Metall für den Abend und die nächsten Tage aufgerufen.

Zum Hintergrund: Der Tarifkonflikt

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg und Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.

Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde schlugen sie vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um gerade 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen. Die Friedenspflicht endete am 31. Oktober 2026. Seit dem 1. November sind Warnstreiks möglich.