Betriebsratswahlen Stark gemacht: IG Metall gewinnt klar in Sachsen

Die IG Metall ist als klare Gewinnerin aus den Betriebsratswahlen in den sächsischen Autowerken hervorgegangen.

16. März 2026 16. März 2026


Sowohl an den VW-Standorten als auch bei BMW und Porsche erteilten die Beschäftigten den IG Metall-Listen mit deutlichen Mehrheiten den Auftrag, ihre Interessen im Betrieb in den nächsten vier Jahren zu vertreten. IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto: „Diese Wahlergebnisse sind ein starker Vertrauensbeweis und ein klarer Auftrag, die Umbrüche in der Autoindustrie im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Die Zukunft der Industrie zu gestalten, ist unser gemeinsamer Anspruch!"

In den Medien war vor den Betriebsratswahlen viel über einen vermeintlichen Rechtsruck spekuliert worden. Jetzt zeigen die Resultate, dass da nichts dran ist. „In allen sächsischen Autowerken haben sich die IG Metall-Listen mit großem Abstand durchgesetzt“, fasst Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, die Ergebnisse zusammen. "Dafür bedanken wir uns bei den Beschäftigten." Hier ein Überblick:

VW Zwickau: Bei der Betriebsratswahl traten erstmals drei Listen an. Über 81 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Liste der IG Metall. Damit stellt die IG Metall künftig 29 der 35 Mandate. Die Gesamtzahl der Mandate war aufgrund gesunkener Beschäftigtenzahlen von 37 auf 35 reduziert worden. Die Wahlbeteiligung lag mit 73% Prozent über dem Niveau der Betriebsratswahl 2025. Mike Rösler, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Spitzenkandidat der Liste IG Metall, zum Ergebnis der Wahl: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben heute klar entschieden: Sie wollen eine starke Interessenvertretung der IG Metall im Betriebsrat. Dieses Vertrauen ist für uns klarer Auftrag und Verpflichtung zugleich, gerade in einer Zeit, in der viele Beschäftigte verunsichert sind. Die kommenden vier Jahre werden entscheidend für die Zukunft unserer gesamten Automobilregion sein. Wir werden alles dafür tun, dass es hier am Standort auch über 2030 hinaus weitergeht, für sichere Arbeitsplätze und eine starke Industrieregion Zwickau.“

VW Chemnitz: Klarer Gewinner ist das Team IG Metall, das mit dem Listennamen Team „Zukunft“ angetreten ist. Es bekam knapp 80 Prozent der gültigen Stimmen. Damit stellt das Team „Zukunft“ 13 der 17 Mitglieder im künftigen Betriebsrat. Rund 20 Prozent mehr Beschäftigte nahmen bei einer Wahlbeteiligung von 73,3 Prozent im Vergleich zur Betriebsratswahl 2022 ihr demokratisches Recht wahr. Damit wurde die Mitbestimmung im VW-Werk gestärkt. Olaf Glöckner, Betriebsratsvorsitzender und Listenverantwortlicher Team „Zukunft“: „Herzlichen Dank an alle, die zu diesem Wahlergebnis beigetragen haben und ein besonderer Dank gilt den Beschäftigten, die unsere Liste Team „Zukunft“ gewählt haben. Wir wissen, dass uns entgegengebrachte Vertrauen sehr zu schätzen und freuen uns, mit diesem starken Wahlergebnis unsere gemeinsamen Themen in den nächsten vier Jahren anzupacken und weiterzubearbeiten. Darauf könnt ihr euch verlassen.“

VW Dresden: Dort fuhr die IG Metall-Liste ein herausragendes Ergebnis ein. Mit einem Stimmenanteil von 95,7 Prozent stellt sie neun von neun Mitglieder im künftigen Betriebsrat.  Andere Listen hatten keine Chancen und gingen komplett leer aus. Thomas Aehlig, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen Sachsen GmbH und des Betriebsrats in der Gläsernen Manufaktur Dresden: „Die VW-Kolleginnen und Kollegen in Sachsen haben sich sehr klar und deutlich für eine starke Interessenvertretung durch die IG Metall im Betriebsrat entschieden. Für uns hier in Dresden ist dies der klare Auftrag, sich weiter mit aller Kraft für die Zukunft des Standortes einzusetzen. Auch der neue Betriebsrat wird Volkswagen nicht aus der Pflicht entlassen, die Zusagen und Verträge einzuhalten und die klar definierte Zahl an Beschäftigten hier am Standort Dresden sicher zu stellen.“

Porsche Leipzig: Bei Porsche in Leipzig erzielte die Liste „Gemeinsam erfolgreich – Team IG Metall“ über 66 Prozent der gültigen Stimmen und erreichte 21 von 31 Betriebsratsmandaten. Die Wahlbeteiligung konnte gegenüber der Wahl 2022 um knapp 22 Prozent auf 64 Prozent gesteigert werden. „Dieses Ergebnis verstehen wir als klaren Auftrag. Die Belegschaft erwartet eine starke Stimme für gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und sichere Arbeitsplätze und ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Mit den Betriebsräten der anderen drei Listen stehen wir jetzt in der gemeinsamen Verantwortung, die kommenden Jahre im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Das kann nur durch eine sachliche, lösungsorientriete Zusammenarbeit gelingen“, sagt Christian Märcz, Betriebsratsvorsitzender bei Porsche und Listenführer „Gemeinsam erfolgreich – Team IG Metall“.

BMW Leipzig: Auch hier erreichte die Liste der IG Metall die Mehrheit. 19 von 35 Mandaten gingen an die offizielle Gewerkschaftsliste „Team IG Metall BMW Leipzig“. Die Wahlbeteiligung lag bei 69 Prozent und damit 7,3 Prozentpunkte über dem Ergebnis von 2022. Jens Köhler, Betriebsratsvorsitzender bei BMW Leipzig und Listenführer „Team IG Metall BMW Leipzig“: „Die absolute Mehrheit der Wählerschaft hat sich für das Team IG Metall entschieden. Noch nie zuvor gab es im Leipziger BMW-Werk so viele Listen, die sich zur Wahl gestellt haben. Jetzt geht es an die Umsetzung. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Belegschaft und es ist Aufgabe aller gewählten Betriebsräte an den Themen zu arbeiten und konstruktive Lösungen für die Beschäftigten zu erreichen. Dafür übernehmen wir Verantwortung – gemeinsam.“

 

Von: ms