IG Metall-Verhandlungsführerin Eileen Müller von der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen sagte in Brück: „18 Monate ohne Lohnerhöhung vorzuschlagen ist eine bodenlose Frechheit und ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen, die hier jeden Tag gute Arbeit leisten. Wir haben unsere Forderung mit Augenmaß gestellt. Angesichts der stark steigenden Verbraucherpreise sind unsere Forderungen mehr als angemessen.“
Jeden Tag spüren die Kolleginnen und Kollegen die Preissteigerungen, die alle Beschäftigten hart treffen. Die IG Metall fordert deshalb in der laufenden Tarifrunde der Textilindustrie Ost fünf Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro als soziale Komponente, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sowie die Verlängerung der tariflichen Altersteilzeit bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
In den zwei bisherigen Verhandlungsrunden hat der Arbeitgeberverband Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) erst gar nichts und dann ein Angebot vorlegt, das den Namen nicht verdient. Die Arbeitgeber wollen erst ab Oktober 2027 mickrige 80 Euro im Monat mehr für alle Beschäftigten zahlen und vorher lediglich den Lohn für die unteren Lohngruppen an den gesetzlichen Mindestlohn anpassen. Das ist für die Beschäftigten und die IG Metall absolut inakzeptabel!
Gunnar Kitzel, Metaller und Betriebsratsvorsitzende bei Paul Hartmann, fasste die Stimmung in der Belegschaft wie folgt zusammen: „Die Kollegen sind frustriert und sauer.“
Die Beschäftigten bei allen Textilunternehmen sind sich einig: Sollte es am 14. April bei der dritten Verhandlung in Meerane wieder kein ernstzunehmendes Angebot des Arbeitgeberverbands vti geben, gehen die Warnstreiks weiter.