Genossenschaftliches Wohnen Richtfest in Spandau: Bezahlbarer Wohnraum für Beschäftigte

Das Wohnungsbauprojekt Havelschanze in Berlin-Spandau feiert Richtfest. Für IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto ist es ein Beispiel dafür, wie im genossenschaftlichen Modell bezahlbarer Wohnraum für Beschäftigte entstehen kann.

Richtfest

3. Juni 2026 3. Juni 2026 MR


In Berlin-Spandau wächst ein Wohnprojekt, das bezahlbaren Wohnraum für Beschäftigte schaffen soll. Am 2. Juni wurde an der Havelschanze Richtfest gefeiert. In seinem Grußwort machte IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto deutlich, warum Wohnen für viele Beschäftigte längst zu einer sozialen Frage geworden ist. In Berlin sind die Angebotsmieten in den vergangenen zehn Jahren um 69 Prozent gestiegen. „Tarifverträge sichern gute Einkommen – dennoch ist klar, dass die Tarifpolitik diesen massiven Mietsteigerungen kaum hinterher verhandeln kann“, sagte Otto. Der Markt allein löse das Problem nicht. Umso wichtiger seien Projekte, die gezielt Wohnungen schaffen, die sich Beschäftigte leisten können. 

Genau dort setzt das genossenschaftliche Modell der Havelschanze an: Wohnungen werden der Spekulation entzogen, Belegungsrechte langfristig gesichert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das vor allem Verlässlichkeit. „Beschäftigte brauchen Sicherheit am Arbeitsplatz und Sicherheit beim Wohnen“, betonte Otto. 

Das Projekt „Havelschanze“ soll Wohnen, Arbeiten und Leben in einem Quartier verbinden. Geplant sind rund 110 Wohnungen, die meisten davon gefördert. Hinzu kommen eine Kita mit etwa 85 Plätzen, Gemeinschaftsflächen, Co-Working-Bereiche und Angebote für die Nachbarschaft. 

Für Jan Otto hat die Havelschanze Vorbildcharakter. Bezahlbarer Wohnraum sei ein wichtiger Faktor, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten und zugleich den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu stärken. „Wenn sich nur noch Wohlhabende ein Leben in der Stadt leisten können, steht das Modell der europäischen Stadt auf dem Prüfstand“, sagte Otto. Projekte wie dieses zeigten, dass es Alternativen gibt, wenn Politik, Unternehmen und Genossenschaften gemeinsam Verantwortung übernehmen.