Personalabbau bei IAV IG Metall kündigt Widerstand gegen Kahlschlag bei IAV an

Die IG Metall stellt sich gegen das Aus für den Standort Berlin des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV mit 1.250 Beschäftigten.

Protest bei IAV


An diesem Mittwoch informierte die IAV-Geschäftsführung die Belegschaft über ihre Abbau-Pläne, die sie „Zukunftskonzept“ nennt. Darin kündigt sie einen Kahlschlag an, der insbesondere Berlin trifft und bundesweit den Wegfall von bis zu 1.400 Stellen vorsieht. Den Standort in der Hauptstadt will das Unternehmen weitgehend schließen. Die Beschäftigten könnten nach Gifhorn in Niedersachsen wechseln, hieß es. Zudem beabsichtigt das Management einen Einschnitt in tarifliche Leistungen.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Lange hat die IAV-Geschäftsführung die Belegschaft und die IG Metall über ihre wahren Absichten getäuscht. Jetzt ist klar: Das Management hat keinen Plan und keine Idee, um das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen. Das ist kein Zukunftskonzept, sondern ein brutaler und verantwortungsloser Kahlschlag. Statt eine Strategie für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze vorzulegen, setzt die Geschäftsführung die Axt an. Dies wird auf massiven Widerstand der IG Metall und der Beschäftigten stoßen.“

Ines Beeck, Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Berlin: „Die Schließung des Berliner Standorts ist kein Naturgesetz, sondern eine bewusste unternehmerische Entscheidung – und sie ist falsch. IAV ist Teil der Berliner Industrielandschaft und trägt Verantwortung für die rund 1.250 Beschäftigten hier. Berlin ist ihr Lebensmittelpunkt – hier leben ihre Familien, hier sind soziale Bindungen und gewachsene Strukturen. Deshalb erwarten wir vom Unternehmen klare Zusagen für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze in Berlin.“ 

Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz: „Die Abbaupläne treffen alle Standorte in Deutschland, auch Stollberg in Sachsen. Die Kolleginnen und Kollegen werden sich gemeinsam und solidarisch dagegenstellen. Der Standort Stollberg verfügt über enormes Potenzial, um die Transformation der südwestsächsischen Industrie aktiv mitzugestalten und neue Kompetenzfelder für die regionale Wirtschaft zu erschließen. Gerade deshalb passt die Entscheidung zum Personalabbau nicht zu den Chancen, die hier vor uns liegen. IAV hat alle Voraussetzungen, eine tragende Rolle in der regionalen Transformation zu übernehmen. Dieses Potenzial gilt es zu stärken und nicht zu schwächen.“

Die Proteste gegen das Aus für IAV in Berlin starten bereits in der kommenden Woche. Unter dem Motto TuEsDay ruft die IG Metall für Dienstag zu einer Kundgebung vor dem Berliner IAV-Standort in Charlottenburg-Wilmersdorf auf.