In ihrer Ansprache auf der Bezirkskonferenz stellte sich Nadine Boguslawski deutlich gegen die massiven Angriffe der Arbeitgeber auf Tarifstandards und soziale Leistungen: „Wir gehen aufrecht und selbstbewusst in die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Angriffe auf Beschäftigte wie erste Liebäugeleien der Arbeitgeber für Nullrunden lassen wir nicht zu. Tarifverträge sichern Jobs, Entgelte und gute Arbeit. Dafür kämpfen wir.“
Um einen selbstbewussten Einsatz für die Interessen der Beschäftigten geht es auch in dem aktuellen Leitbild der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. In dem Papier gibt sie den Beschäftigten das Versprechen: „Immer stärker mit uns“. Die IG Metall im Bezirk werde noch stärker als bisher ein Gegenpol zu den Entwicklungen in den Betrieben und in der Politik sein, ein „Bollwerk aus Werten, die uns vereinen: Solidarität, Gerechtigkeit, Respekt“.
Dies bedeute: „Unsere Stärke wächst dort, wo wir gemeinsam handeln. (…) Wenn Beschäftigte sich organisieren, gemeinsam handeln und sich auf ihre IG Metall verlassen können, entsteht reale Durchsetzungsmacht – im Betrieb, in der Region und darüber hinaus.“ Weiter heißt es: „Wir wollen konfliktfähig und durchsetzungsstark sein.“
Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Unsere Kolleginnen und Kollegen erleben es auf der Arbeit und in den öffentlichen Debatten, wie sich die Attacken auf ihre Interessen verschärfen. Wir als IG Metall halten gemeinsam mit unseren Mitgliedern dagegen. Die sich verändernden Verhältnisse in Politik und Unternehmen machen es notwendig, noch klarer als bisher in den Konflikt zu gehen. Unsere Stärke liegt in den Betrieben, in denen sich die Beschäftigten organisieren. Wir kämpfen gemeinsam, um gute Arbeit, sichere Beschäftigung und eine faire Verteilung in den Unternehmen und in der Gesellschaft durchzusetzen.“
Auch der Soziologe Klaus Dörre sprach sich für einen intensiveren Widerstand gegen den Zeitgeist aus. "Gewerkschaften müssen frecher werden", betonte der Wissenschaftler. Der massive Umbruch der Industrie heiße für die Beschäftigten: "Nichts ist mehr sicher." Da müssten die Gewerkschaften dagegen halten, so Dörre. "Nötig ist ein Leitbild, das Sinnstiftung und Bindung und Konfliktfähigkeit stärkt."