Bezirksjugendkonferenz Bezirksjugendkonferenz 2026: Jugend gestaltet Zukunft

Unter dem Motto „Wir übernehmen!“ kam vom 19. bis 21. Juni 2026 die IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen zur Bezirksjugendkonferenz in Kagel zusammen. Drei Tage lang standen Austausch, Debatte, Workshops, Antragsberatung und natürlich jede Menge gelebte Solidarität im Mittelpunkt.

Gruppenbild Bezirksjugendkonferenz


Die Konferenz machte deutlich: Die Jugend im Bezirk hat nicht nur Lust mitzumachen - sie will gestalten. Die Eröffnung übernahm am Freitagabend Bezirksjugendsekretär Jakob Heidenreich. In seiner Begrüßung stellte er die zentralen Herausforderungen der zweiten Jahreshälfte heraus: den Ausbildungsstart, die anstehenden JAV-Wahlen sowie die großen Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie und im Stahl. „Die zweite Jahreshälfte wird für uns als IG Metall Jugend entscheidend. Beim Ausbildungsstart, bei den JAV-Wahlen und in den Tarifrunden geht es darum, junge Beschäftigte sichtbar zu machen, zu organisieren und gemeinsam mit ihnen stärker zu werden“, betonte Jakob Heidenreich.

Dabei wurde schnell klar: Die IG Metall Jugend versteht sich nicht als Zuschauerin gewerkschaftlicher Prozesse, sondern als aktive politische Kraft. „Wir haben als Jugend nicht nur einen Mitmach-, sondern einen Gestaltungsanspruch. Wir wollen die Bedingungen in Ausbildung, Studium und Betrieb konkret verbessern, und zwar gemeinsam, solidarisch und gut organisiert.“

Anträge mit Haltung

Ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz lag auf der intensiven Antragsdebatte. Die Delegierten diskutierten eine Vielzahl von Anträgen aus unterschiedlichen politischen Feldern. Inhaltlich reichten die Themen von Betriebs- und Tarifpolitik über Gesellschafts- und Bildungspolitik bis hin zu Fragen der Gewerkschaftspolitik. In der Betriebs- und Tarifpolitik wurde deutlich, dass junge Beschäftigte klare Erwartungen an gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen haben. Es ging um Übernahme nach der Ausbildung, Prüfungsvorbereitung, Mobilitätskosten und die Rolle der Jugend in den kommenden Tarifauseinandersetzungen als „Tarifbotschafter:innen“.

Auch gesellschafts- und bildungspolitische Themen nahmen einen breiten Raum ein. Die Delegierten diskutierten und beschlossen Positionen zu Wohnen für Azubis und junge Beschäftigte, gegen die Erhöhung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit, die Industriepolitik der Region, gegen Wehrpflicht und Militarisierung.

Nicht zuletzt wurde auch über die Weiterentwicklung der eigenen gewerkschaftlichen Strukturen diskutiert. Wie können Ortsjugendausschüsse gestärkt werden? Wie gelingt eine beteiligungsorientierte Jugendarbeit? Und wie schaffen wir es, noch mehr junge Kolleginnen und Kollegen für gewerkschaftliches Engagement zu gewinnen?

 „Am gesamten Konferenzwochenende und vor allem in der Antragsdebatte haben wir alle nochmal unterstrichen, wie zukunfts- und handlungsorientiert die Jugend ist. Es sind eine Menge konkrete Forderungen und Handlungswege aus den Beschlüssen hervorgegangen, die uns in Betriebs-, Tarif- und Gesellschaftspolitik voranbringen. Besonders stolz macht mich dabei der Beschluss, die Demonstration gegen den AfD-Bundesparteitag im Juli zu unterstützen und damit im Schulterschluss mit den Kolleginnen und Kollegen des DGB für Demokratie und Arbeitnehmer:innenrechte einzustehen“, sagt Ronja Matthes aus Dresden, Mitglied der Antragsberatungskommission.

Debatte mit Bezirksleiter Jan Otto

Im Anschluss an die Antragsberatung diskutierten die Delegierten knapp zwei Stunden mit Bezirksleiter Jan Otto. Dabei ging es engagiert und teilweise kontrovers zur Sache. Nach einer Vorstellung von Jan Otto hatten die Delegierten die Gelegenheit, ihre Positionen aus den Anträgen deutlich zu machen, Nachfragen zu stellen und Erwartungen an die Arbeit des Bezirks zu formulieren. Jan Otto stellte sich der Diskussion und gab ein klares Bekenntnis zur Jugend und ihrer Bedeutung für die IG Metall ab.

Gut vorbereitet für die zweite Jahreshälfte

Die großen Aufgaben der kommenden Monate wurden nicht nur benannt, sondern auch praktisch bearbeitet. In praxisorientierten Workshops am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag bereiteten sich die Teilnehmenden auf die Herausforderungen rund um Ausbildungsstart, JAV-Wahlen und Tarifrunden vor. Auch ging es um internationale Gewerkschaftsarbeit.

Im Mittelpunkt standen konkrete Handlungsmöglichkeiten vor Ort: Wie sprechen wir neue Auszubildende an? Wie unterstützen wir starke JAV-Strukturen? Wie bringen wir junge Themen in Tarifbewegungen ein? Die Workshops boten Raum für Austausch, Planung und praktische Ideen für die Arbeit in den Geschäftsstellen und Ortsjugendausschüssen.

OJA on Stage: Kreativ und humorvoll

Dass gewerkschaftliche Jugendarbeit nicht nur kämpferisch, sondern auch kreativ und humorvoll ist, zeigte sich beim Programmpunkt „OJA on Stage“. Die Ortsjugendausschüsse des Bezirks stellten sich und ihre Persönlichkeiten auf ganz unterschiedliche Weise vor.

Von „Wer wird Millionär?“ über eine Zaubershow bis hin zu einer Dönerbestellung war alles dabei. Die Beiträge sorgten für viele Lacher, zeigten aber auch, wie vielfältig und lebendig die Jugendstrukturen im Bezirk sind.

Danke für starkes Engagement

Ein emotionaler Moment der Konferenz war die Ehrung und Verabschiedung ehren- und hauptamtlicher Kolleginnen und Kollegen, die sich in den vergangenen Jahren besonders in die bezirkliche Jugendarbeit eingebracht haben.

Ihr Engagement, ihre Erfahrung und ihre Verlässlichkeit haben die Arbeit der IG Metall Jugend im Bezirk geprägt. Die Konferenz nutzte die Gelegenheit, Danke zu sagen: für viele Stunden Einsatz, für Unterstützung, für politische Leidenschaft und für solidarische Zusammenarbeit.

Selbstbild der bezirklichen Jugendarbeit beschlossen

Ein Höhepunkt der Konferenz war die Verabschiedung des Selbstbildes der bezirklichen Jugendarbeit als Leitantrag. Dieses Selbstbild ist das Ergebnis eines zweijährigen, intensiven Prozesses des Bezirksjugendausschusses und der Ortsjugendausschüsse.

Mit dem Beschluss gibt sich die bezirkliche Jugendarbeit eine gemeinsame Grundlage für die kommenden Jahre. Das Selbstbild beschreibt, wofür die IG Metall Jugend im Bezirk steht, wie sie arbeiten will und welchen Anspruch sie an sich selbst formuliert.

Mit Rückenwind in die nächsten Aufgaben

Die Bezirksjugendkonferenz in Kagel hat deutlich gemacht: Die IG Metall Jugend ist gut aufgestellt, politisch klar und bereit für die kommenden Auseinandersetzungen. Ob Ausbildungsstart, JAV-Wahlen oder Tarifrunden; die Jugend im Bezirk wird ihre Themen einbringen und Verantwortung übernehmen.

Mit starken Beschlüssen, intensiven Debatten, praktischen Workshops und viel gemeinsamer Energie geht die bezirkliche Jugendarbeit gestärkt aus der Konferenz hervor.

„Wir fahren aus Kagel mit Rückenwind zurück in die Geschäftsstellen, Betriebe und OJAs. Jetzt geht es darum, die Beschlüsse mit Leben zu füllen und junge Beschäftigte für unsere gemeinsamen Ziele zu gewinnen. Wir haben viel zu tun!“, so Jakob Heidenreich.


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Jakob Heidenreich

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