Volkswagen Angekündigter Tarifbruch bei VW Sachsen trifft auf massives Unverständnis

Meist unter freiem Himmel fanden in der ersten Maiwoche Betriebsversammlungen bei VW Sachsen statt. Die Beteiligung war hoch, die Stimmung angespannt.

Betriebsversammlungen VW Standorte Mai 2026

11. Mai 2026 11. Mai 2026 MR


In Dresden, Chemnitz und Zwickau haben in der vergangenen Woche Betriebsversammlungen bei Volkswagen Sachsen stattgefunden. Die hohe Beteiligung zeigte deutlich, wie groß der Informationsbedarf und wie angespannt die Stimmung in den Belegschaften ist. 

Betriebsräte und IG Metall informierten darüber, dass sie zuerst aus der Presse und anschließend im Aufsichtsrat davon erfahren hatten, dass Volkswagen die seit 2021 tarifvertraglich vereinbarte Integration der VW Sachsen GmbH in die Volkswagen AG nicht wie vereinbart zum 1. Januar 2027 umsetzen will. Für viele Beschäftigte ist das ein Affront – in der Sache wie im Umgang. 

Entsprechend groß war das Unverständnis in allen drei Werken. Die Kolleginnen und Kollegen machten deutlich, dass Tarifverträge verbindliche Vereinbarungen sind. Wer Zusagen unterschreibt, muss sich daran halten. Und wenn es Probleme gibt, dann gehören diese an den Verhandlungstisch – nicht zuerst in die Öffentlichkeit. 

IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto fand dafür auf den Versammlungen klare Worte: 
„Was Volkswagen gemacht hat, ist unredlich. Ich hoffe sehr, dass wir jetzt am Verhandlungstisch ein Ergebnis finden, das für alle Beteiligten auch tragbar ist. Wenn dieser Weg weiter eingeschlagen wird von Volkswagen, dann bin ich mir sicher: Ich kann mich auf euch verlassen – dann werden wir uns auch erneut hier sehen, in großer Zahl. Ich fordere Volkswagen ganz klar auf: Kommt zur Besinnung im Sinne der Beschäftigten. Denn um die geht’s am Ende.“ 

Die Versammlungen machten deutlich: Die Belegschaften stehen geschlossen hinter der IG Metall und ihren Betriebsräten. Das Einhalten von Tarifverträgen ist kein „Nice to have“, sondern absolute Pflicht. Jetzt liegt es an Volkswagen, schnell und seriös zu handeln, verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und den Kolleginnen und Kollegen die Sicherheit zu geben, die sie verdienen.