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Brandenburger Elektrostahlwerke
Brandenburger Stahlarbeiter fordern Tarif: Warnstreiks bei B.E.S. gehen weiter
Die Beschäftigten der Brandenburger Elektrostahlwerke (B.E.S.) haben heute ihre Warnstreik-Serie fortgesetzt, um eine Tarifblockade ihres Arbeitgebers zu verhindern.
In der Auseinandersetzung um die Übernahme des Tarifergebnisses Stahl Ost legten sie bereits zum vierten Mal die Arbeit nieder – an diesem Freitag von 8:15 Uhr bis 11:30 Uhr. In dieser Zeit zogen sie in einer Demonstration zum Verhandlungslokal, in dem zeitgleich die Tarifverhandlungen stattfanden. Bei den Verhandlungen sperrte sich der Arbeitgeber erneut gegen die Übernahme des Tarifergebnisses. IG Metall-Verhandlungsführerin Sophie Jänicke: „Diese Blockade muss aufhören. Eine Tarifblockade auf ihre Kosten werden die Kolleginnen und Kollegen nicht hinnehmen.“
Sophie Jänicke, IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen und Verhandlungsführerin für Stahl Ost: „Eine Abkopplung vom Flächentarifvertrag lassen wir unter keinen Umständen zu. Unsere Tarifverträge sichern den Beschäftigten ein faires Einkommen, aber auch Beschäftigung in Krisensituationen und eine gesicherte Altersteilzeit. Der Tarifabschluss von Oktober 2025 ist bereits ein Kompromiss zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern und trägt der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Branche Rechnung. Dass die Brandenburger Stahlwerke noch einmal darunterbleiben wollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Mit ihrem Warnstreik haben die Kolleginnen und Kollegen heute erneut ihre Entschlossenheit eindrucksvoll demonstriert. Sie stehen ein für ihren Anspruch auf eine faire Bezahlung und verlässliche Tarifverträge.“
Zum Hintergrund: Die Beschäftigten bei B.E.S. in Brandenburg an der Havel haben bisher statt eines Flächen- einen Anerkennungstarifvertrag. Dies heißt: Der Arbeitgeber hat bisher den Flächentarifvertrag eins zu eins übernommen. Mit diesem seit drei Jahrzehnten üblichen Verfahren will das zum italienischen Riva-Konzern gehörende Unternehmen nun brechen. Der Flächentarifvertrag von Oktober 2025 sieht für die ostdeutsche Stahlindustrie eine Entgeltsteigerung um 1,75 Prozent vom 1. Januar 2026 an vor. Die Ausbildungsvergütung wird überproportional um 75 Euro erhöht. Mit zum Paket gehört eine Verlängerung der Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, zu Werkverträgen und zur Altersteilzeit.
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